Aha-Effekte und Lacher bei Elternakademie

te und Lacher bei Elternakademie

Moritz Becker erklärt Eltern die Internetwelt aus Kindersicht. 

Moritz Becker klärt in der Schüttorfer Oberschule Eltern über Whatsapp und Co. auf. Künftig soll diese neue Elternakademie zu unterschiedlichen Themen einmal pro Halbjahr stattfinden.

Die Elternakademie in der Schüttorfer Oberschule hat eine erfolgreiche Premiere gefeiert. Zwar war die Mensa der Oberschule in der vergangenen Woche mit rund 60 Besuchern nicht ganz so gut gefüllt, wie erhofft, die gekommenen Zuhörer wurden aber bestens informiert und unterhalten. Moritz Becker traf mit seinem Vortrag über die sozialen Medien genau den Nerv des Publikums – und sorgte für viele Aha-Effekte.

„Jugendliche bei Whatsapp, Instagram und Snapchat: was geht uns Eltern das an?“ lautete das Thema des Abends. Dabei war die Zielgruppe in der Mensa der Oberschule allerdings noch weiter gefasst. Neben den Eltern nutzten auch Lehrer die Gelegenheit, einen Einblick in die Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen zu erhalten. Denn die mediale Interaktion der Schüler spielt längst in alle Lebensbereiche hinein.

„Wenn Kinder bereits vor dem Frühstück 700 Nachrichten im Whatsapp-Klassenchat gelesen haben, merken wir, um welche Dimensionen es sich handelt“, sagt Becker, der für den Verein „smiley“ in Niedersachsen in Sachen Medienkompetenz unterwegs ist. Auch wenn die Mittel und die Intensität der Kommunikation sich geändert haben, machte Becker deutlich, dass die Bedürfnisse der Kinder die gleichen seien wie vor den Zeiten von Facebook, Whatsapp und Co.: Aufmerksamkeit, Anerkennung, Freiheit, Neugierde, Unbekümmertheit, Identitätsentwicklung und Orientierung sind gestern wie heute der Schlüssel zum Erwachsenwerden. Dennoch stellen die sozialen Medien natürlich eine Herausforderung dar.

„In 2017 weiß jeder, dass man seine Privatsphäre im Internet schützen muss. Wenn wir in Schulklassen fragen, was wichtig ist, nennen Schüler sofort den Schutz ihrer Privatsphäre“, sagte Becker, der aber betonte, dass bei einigen das Bedürfnis nach Anerkennung im Form der „like-Kultur“ größer sei als der Privatsphärenschutz. Den Schlüssel, um das zu ändern, sieht der Experte im Leben ohne Handy: „Wer im echten Leben Halt und Anerkennung bekommt und gelobt wird, kann sich auch im Internet weiter zurücknehmen.“

Ein großer Stressfaktor sieht der Medienpädagoge außerdem im Multitasking von Hausaufgaben, YouTube und Chatten. „Wenn wir alles gleichzeitig machen wollen, sorgt das für Stress“, so Becker. Ein Patentrezept für den Umgang der Eltern mit der Handy- und Internetwirklichkeit ihrer Kinder hatte Becker nicht im Gepäck, dennoch konnte er ihnen viele Ängste und Bedenken nehmen. „Ihre Intuition und ihr Bauchgefühl kann ihnen sehr weiterhelfen, weil die Bedürfnisse ihrer Kinder immer noch die gleichen sind, die sie selbst in dem Alter hatten“, stellte Becker klar, der mit lautem Beifall verabschiedet wurde. Das größte Lob war allerdings wohl die Frage aus dem Publikum, ob er im Rahmen der Vortragsreihe noch für ein anderes Thema wiederkommen könne.

Denn die Elternakademie soll in Zukunft einmal im Halbjahr stattfinden (die GN berichteten). „Wir wollen die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern stärken“, betonten Schulsozialarbeiterin Angela Raabe und der stellvertretende Schulleiter Markus Hagemeier aus dem Organisationsteam. Von der Gelegenheit, selbst Themen für Elternakademie vorzuschlagen, machten am Premierenabend viele Besucher Gebrauch.

Text und Foto: GN (Hinnerk Schröer)

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