Stiller Raum

Viele Stunden ihres Tages verbringen die Schülerinnen und Schüler in unserer Schule. Mathe, Deutsch, Englisch und so weiter, der Schultag ist gut gefüllt. Viel wird von ihnen verlangt. Doch haben die Schülerinnen und Schüler in der Regel kaum die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, aufzuatmen, dem Pausenlärm zu entgehen, nicht nur ihren Kopf, sondern auch ihr Gefühl sprechen zu lassen.

Seit dem Herbst 2010 gibt es an unserer Schule den „Stillen Raum“. Es ist ein Raum, der so gar nicht nach „Klassenraum“ aussieht: Stühle, Bänke und Tafel fehlen, dafür gibt es eine Ablage für die Schuhe, man betritt einen hellen Raum mit kleinen Holzbänken zum Sitzen, es finden sich Decken, Klangschale und Kerzen für die Gestaltung einer „Mitte“ und die technische Einrichtung, um Musik zu hören oder ein Bild an die Wand zu projizieren.

In diesem Raum bietet sich eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, Stille zuzulassen, in sich hineinzuhorchen. Da Stille -nicht nur für Schüler- ungewohnt ist, muss sie immer wieder eingeübt und der Stille Raum immer wieder zu einem solchen gemacht werden.

Wie wird der Stille Raum an unserer Schule genutzt?

Er kann ein Ort sein:

  • für Stilleübungen, zum Singen oder Musikhören, für Gespräche und Bildbetrachtungen im Rahmen des Unterrichts verschiedener Fächer
  • um Trauer und Gedenken auszudrücken anlässlich der Geschehnisse im öffentlichen und politischen Bereich (z.B. der Amoklauf in Winnenden oder der Anschlag auf das World Trade Center) oder wiederkehrender Gedenktage (wie der Holocaustgedenktag am 27. Januar), aber auch anlässlich eines Todesfalls im persönlichen Umfeld der Schüler.
  • um in der Adventszeit eine besinnliche Atmosphäre zu schaffen. So wurde in den vergangenen zwei Jahren einmal pro Woche eingeladen zu „10 Minuten Luftholen im Advent“.
  • um einmal am Tag in Ruhe zusammenzukommen. Zurzeit finden täglich in der zweiten Pause kurze Begegnungen im Stillen Raum statt, die von verschiedenen Lehrkräften mit meditativen Texten, Musik und Stille gestaltet werden.