„Für Klimaschutz zu wenig getan“ Schüttorfer Schüler diskutieren über Protestaktionen

Die Mädchen und Jungen der Klasse 10 c finden es gut, dass Schüler für das Klima protestieren.

„Fridays for Future“  Was halten Grafschafter Schüler von den Protesten „Fridays for Future“. Ist für sie der Klimawandel ein Thema? Machen sie sich ähnliche Sorgen wie die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg? Darüber haben die GN in der Oberschule Schüttorf mit Schülern der Klasse 10 c diskutiert. 

Es muss etwas passieren, da sind sich alle 25 Schülerinnen und Schüler der Realschulklasse einig. Rund ein Drittel von ihnen würde sich an den Klimaprotesten beteiligen. Darüber hinaus wünschen sie sich, dass die Politiker ihre Sorgen ernst nehmen. „Ich wünsche mir für meine Kinder eine vernünftige Zukunft“, begründet Anna Peinert. In Vorbereitung auf das Gespräch mit den GN hatte Lehrer Thomas Falk in der Klasse über Greta Thunberg und die Schulstreiks gesprochen. Von den Schülerprotesten hatten die Schüttorfer zwar gehört, aber keine konkreten Kenntnisse. Sie habe Bilder von Jugendlichen auf der Straße gesehen, aber erst letzte Woche im Erdkundeunterricht mehr über die Freitagsdemonstrationen erfahren, erzählt Amminiel Agossou. Beyzanur Bolat ergänzt, dass er im Internet ein Video mit einem Mädchen in Hamburg gesehen habe, das über den Klimawandel geredet habe und gesteht: „Ich wusste bis zur letzten Woche nichts über Greta Thunberg und dass vor allem Kinder und Jugendliche für das Klima protestieren.“ Das Wissen über den Klimawandel ist bei den Jungen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren sehr unterschiedlich. Während einige sich schon fundierter über das Thema äußern, verheddern sich andere und machen widersprüchliche Aussagen. Manche Dinge werden durcheinandergebracht, weil es an Hintergrundwissen mangelt. Doch das soll sich laut Thomas Falk bald ändern, denn der Klimawandel steht im Erdkundeunterricht als nächstes auf dem Programm. Über Klimawandel und -schutz sei schon so oft gesprochen worden, aber bisher habe man zu wenig getan, kritisiert Amminiel und ergänzt: „Es sieht schlecht aus. Die Regenwälder werden abgeholzt, es wird viel gebaut – die Menschen machen viel kaputt.“ Ebru Saban zeigt sich pessimistisch. „Es ist schon so viel zerstört worden. Ich glaube, dass es zu spät ist“, sagt sie. „Wir sind die Leidtragenden, denn es betrifft uns und die Generationen danach“, erklärt Diandra Wien. „Ich glaube, dass die Lage sehr ernst ist, denn die Auswirkungen des Klimawandels sind schon spürbar“, wirft Fabian Grönefeld ein. Er sieht als Ursache für die Probleme das Profitdenken und die Bequemlichkeit der Gesellschaft. Auf die Politik allein will sich der 15-Jährige nicht verlassen. Dass die junge Schwedin Greta mit ihrem Protest so viel Aufmerksamkeit erreicht hat, finden alle in der Klasse gut. Auch, dass nun so viele mit ihr protestieren. Nur in einer großen Gruppe sei Veränderung möglich, findet Vivian Marx. Als einzelner Mensch würde man nicht so wahrgenommen, bestätigt Lenia Koelmann. Greta Thunberg sei jedoch ein gutes Beispiel dafür, dass ein einzelner Mensch viele Menschen in Bewegung setzen könne, betont Aron Schüller. Es sei allerdings an der Zeit das Konzept von „Fridays for Future“ zu ändern, findet Fabian. „Anfangs war es richtig, die Proteste in die Unterrichtszeit zu legen, denn erst dadurch sind so viele Menschen auf die Aktion aufmerksam geworden“, argumentiert er. Jetzt müssten die Schüler beweisen, wie ernst ihnen ihr Anliegen ist und, dass sie dafür auch ihre Freizeit opfern würden, fordert er, denn sonst würden sie die Kritiker – die sie nur für Schulschwänzer halten – in ihrer Meinung bestätigen.

Quelle: Grafschaft Nachrichten vom 09.03.2019, Autor/Fotograf: Susanna Austrup.

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