GN berichtet: Schüler helfen Senioren im Umgang mit Smartphones

Senioren in Schüttorf haben vom Wissen jugendlicher Experten profitiert: Schüler halfen ihnen im Umgang mit Smartphones. Es war eine gelungene Kooperation zwischen der Oberschule und dem Seniorenbeirat.

Das Einrichten eines neuen Handys, neue Programme auf dem Computer oder die Nutzung von Apps auf dem Smartphone – was für Schülerinnen und Schüler selbstverständlich ist, ist für ältere Menschen oft mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Umso größer war die Freude und Dankbarkeit bei den Seniorinnen und Senioren in Schüttorf über die Unterstützung beim Umgang mit Handy und Computer. Möglich machte das eine Kooperation zwischen dem Seniorenbeirat der Stadt und der Schüttorfer Oberschule. Dabei trafen sich die Jugendlichen und Senioren mehrfach in den Computerräumen der Schule zum Austausch. Ein Projekt, das nicht nur einen großen Lerneffekt hatte, sondern Jung und Alt auch viel Spaß machte. Drei Termine über jeweils zwei Schulstunden standen auf dem „Stundenplan“ der Senioren. „Es gibt keine Zensuren und es kann niemand Sitzenbleiben. Stellen Sie so viele Fragen, wie sie wollen“, betonten Schulleiter Godehard Otterbeck und Schulassistent Jürgen Stockhorst, die die Aktion zusammen mit den Seniorenbeiratsmitgliedern Werner Grade und Albert Becker angestoßen hatten, zum Auftakt. Und auch die Senioren brachen von Anfang an das Eis. „Bitte seid nicht ungeduldig mit uns, wir sind mit der digitalen Technik nicht aufgewachsen“, hob der Beiratsvorsitzende Albert Becker hervor.

Die Schülerinnen und Schüler blieben für das Projekt über ihren normalen Unterricht hinaus in der Schule und stellten an den Nachmittagen ihre Freizeit zur Verfügung. „Ich kenne mich gut mit Handys aus und freue mich darüber, wenn ich anderen Menschen helfen kann“, betonte Ammiel. Für die Schülerin aus der Klasse 10c war es deshalb auch keine Premiere. „Bekannten von meinen Eltern habe ich auch schon geholfen“, berichtete Ammiel, die in der ersten Stunde zusammen mit Erna de Boer einige Funktionen des Handys der 79-Jährigen genauer unter die Lupe nahm. Da gab es viel zu entdecken, denn das Mobiltelefon hatte de Boer sich gerade erst gekauft. „Sprache, Helligkeit, WLAN, Bluetooth – hier finden sie alles“, erklärte Ammiel der Seniorin genau die Funktionen. Ein ähnliches Projekt hat es an der Oberschule bereits gegeben. „Vor drei Jahren haben wir das zum ersten Mal angeboten“, berichtete Jürgen Stockhorst. Bei der Neuauflage zeigte sich allerdings noch einmal deutlich, wie schnelllebig die digitale Technik-Welt ist. Bei der ersten Auflage des Projekts meisterten die Schülerinnen und Schüler zusammen mit den Senioren zumeist Schwierigkeiten mit dem Computer und den dazugehörigen Office-Programmen. Diesmal waren die stationären Rechner nur noch selten ein Thema. Fast alles drehte sich um Smartphones und deren Nachrichten-Dienste wie WhatsApp oder die passenden Wetter-Apps. Da waren die Jugendlichen sofort in ihrem Element. „Meiner Oma habe ich es auch schon beigebracht“, erzählte Mandy. Über die Hilfe der 14-jährigen Schülerin war Ursula Boerscheper besonders dankbar: „Meine Enkelkinder wohnen weit weg, die können es mir nicht zeigen.“ Auch Berthold Lindemann nahm aus den Stunden viel Neues mit. „Ich bin ein Neueinsteiger und möchte gerne wissen, welche Möglichkeiten ich mit dem Handy habe“, hob der 83-jährige Schüttorfer hervor.

Aber nicht nur die älteren Semester hatten etwas davon. Auch die Jugendlichen konnten für sich etwas mitnehmen. „Gerade Schülerinnen und Schüler, die eher schüchtern sind, profitieren enorm davon. Sie können zeigen, dass sie Experten sind“, sagte Lehrerin Julia Salwolke, die an der Oberschule zusammen mit der Sozialpädagogin Angela Raabe eine Medienscout-AG ins Leben gerufen hat. Ein Teil davon brachte sich bei dem Projekt besonders ein. So standen die beiden Medienscouts Luka Albering und Jennifer Harmeyer nicht nur den Senioren mit Rat und Tat zur Seite, sondern unterstützten auch die Mitschüler.

Quelle: Grafschaft Nachrichten vom 06.03.2019, Autor und Foto: Hinnerk Schröer.

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