„Google Zukunftswerkstatt“ an der Oberschule Schüttorf

“Über 800 verschiedene Expeditionen machen, ohne tatsächlich zu verreisen? Wie das funktioniert, hat beispielhaft Sam Schliske, Trainer der „Google Zukunftswerkstatt“, an der Oberschule Schüttorf demonstriert. Initiiert durch Lehrer David Plottek hatten drei Kurse bzw. Klassen die Gelegenheit, „Google Expeditions“ auszuprobieren. Dahinter verbergen sich zwei Dinge: Einerseits die kostenlose Anwendung „Expeditions“, die 360-Grad-Bilder und Informationen zu vielen interessanten Zielen weltweit liefert. Lebendig wird es jedoch erst durch den Einsatz von sogenannten Virtual Reality-Brillen. Diese lassen sich aus einer Halterung, zwei Linsen und einem Smartphone simpel zusammensetzen. Bereits Papphalterungen, „Cardboard“ genannt, sorgen dafür, dass das Mobiltelefon dem Betrachter scheinbar an fremde Orte führt. Vor die Augen gehalten, wird die Illusion erzeugt, man blicke tatsächlich auf einen eigentlich weit entfernten Ort. Auch umsehen ist durch die Bewegungssensoren im Mobiltelefon möglich. Der Englisch-Grundkursus der Klassen 7a und 7b von Lehrerin Laura Weerning erkundete etwa London – eine Stadt, in der noch keiner der Schüler zuvor persönlich war. Dabei konnten sie in der digitalen Welt berühmte Sehenswürdigkeiten der Metropole wie den Glockenturm „Big Ben“, die Tower Bridge oder den Buckingham Palace besichtigen. „Es sah schon ziemlich echt aus“, urteilte Schüler Nick Sosmowski. Die „Stiftung Lesen“ ist an dem Projekt ebenfalls beteiligt und stellt beispielsweise Zusatzmaterial für den Unterricht bereit. Das Programm selbst können die Lehrer über einen Tablet-PC steuern und die Aufmerksamkeit der Schüler mit Markierungen auf bestimmte Punkte richten. Die „Google Zukunftswerkstatt“ entwickelt Konzepte, wie das Lernen zukünftig aussehen könnte. Ein Einsatz der VR-Brillen ist auch für weitere Fächer, etwa Erdkunde oder Geschichte, denkbar. In Deutschland wurde das „Expeditions“-Projekt erstmals auf der Bildungsmesse „Didacta“ im Februar 2017 vorgestellt. Einige der Halterungen, die man behelfsmäßig selber basteln oder aus Pappe oder Hartplastik kaufen kann, übergab Google der Schule.”

Text und Fotos:

Pollmann, Erik: Big Ben im Klassenzimmer. Schüttorfer Schüler erkunden London in virtueller Realität, in: Grafschafter Nachrichten (23.06.2018), Nr. 144, S.24.

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