Klasse 10a besuchte einen Bestatter

Am vergangenen Montag (04.12.2017) unternahm die Klasse 10a der Oberschule Schüttorf mit ihrer Religionslehrerin Linda Baier einen Unterrichtsgang zum Bestattungsunternehmen Nibbrig in Schüttorf. In den vorangegangenen Wochen hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem sensiblen und in der Gesellschaft oft tabuisierten Thema Tod beschäftigt und durften nun beim Bestattungsunternehmen einen direkten Einblick in das Thema erleben.

Über eine Stationsarbeit fanden die Lernenden einen Zugang zum Thema. Im weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit wurde das Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green gelesen und darin vorkommende Thematiken im Unterricht eingehender behandelt. Beispielsweise informierten sich die Schülerinnen und Schüler in diesem Zuge darüber, was eine Selbsthilfegruppe ist, fragten sich aber auch „Was macht ein Bestatter?, „Was ist ein Hospiz?“, „Was macht Palliativmedizin?“ oder „Was leistet die Notfallseelsorge?“.

Auch persönliche Ansichten wurden beleuchtet und ausgetauscht. So z.B. zu der Frage „Was kommt nach dem Tod?“. Zu dieser Frage wurden auch die Weltreligionen in den Fokus gerückt. Die erarbeiteten Informationen sammelten die Zehntklässler in einem Portfolio.
Abschließend durfte die Klasse das Bestattungsunternehmen Nibbrig in Schüttorf besuchen. Am frühen Morgen zur ersten Stunde erwartete Jan Nibbrig die 10a in der Friedhofskapelle. Da es draußen noch dunkel war, hüllte das schummrige Licht die Kapelle in eine angenehme Atmosphäre. Der Bestatter erzählte davon, wie der Beruf früher aussah, erklärte, welche Entscheidungen Hinterbliebene nach dem Tod eines Angehörigen treffen müssen und stellte verschiedene Bestattungsmöglichkeiten auf dem Friedhof in Schüttorf vor. Aufmerksam verfolgten die Schülerinnen und Schüler den Vortrag. Anschließend folgte eine Friedhofsbegehung.

Jan Nibbrig zeigte das neu angelegte Bestattungswäldchen, die Sternschnuppe der Sternenkinder, das so genannte „Millionenviertel“ des Friedhofes, in welchem die reichen Textiler begraben sind, neue Urnengräber und erläuterte zu einigen Gräbern die Todesursache der Begrabenen.
Zum Schluss durften die Schülerinnen und Schüler das Bestattungshaus besuchen. Dort befindet sich die Ausstellung der Särge und Urnen. Ein kleines Staunen ging durch die Klasse, als die verschiedenen Särge und Urnen betrachtet wurden. Särge sind nicht ausschließlich in dunklem Holz, sondern auch in weiß, grau oder einer Wunschfarbe erhältlich. Das Gleiche gilt für die Urnen. Es gibt für jeden Geschmack die passende individuelle Urne. Ebenfalls erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler über den Kaufpreis eines Sarges. Dieser beziffert sich je nach Ausführung zwischen 400 und mehreren tausend Euro.
Durch die Unterrichtseinheit „Sterben, Tod und Trauer“ haben die Schülerinnen und Schüler den Tod als etwas zum Leben dazu gehöriges begriffen. Sie befassen sich mit der eigenen Endlichkeit und können sich auf Verlustereignisse im eigenen Leben vorbereiten.

Die Oberschule Schüttorf bedankt sich an dieser Stelle bei Jan Nibbrig für die Bereitschaft, Zeit und Mühe, den Schülern diesen besonderen Einblick in den Alltag eines Bestatters zu ermöglichen.

    

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