Oberschule Schüttorf führt Elternakademie zum Thema „Exzessive Spielenutzung“ durch

Nachdem bereits bei der ersten Elternakademie ein Ausflug in die digitale Welt unter dem Thema „Jugendliche bei Whatsapp, Instagram und Snapchat: Was geht uns Eltern das an?“ unternommen wurden, ging es nun bei der dritten Elternakademie in die Welt der Computerspiele. Unter dem Titel „Exzessive Spielenutzung – Wenn Faszination zum Problem wird“ führte Petra Steeger von der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V. durch den Abend und griff dabei einerseits die Sorgen und Ängste der Eltern auf und gab andererseits konkrete Tipps und Hilfestellungen für den Alltag.

„Bin ich eigentlich normal?“, fragte sich Herr Hagemeier, ebenfalls Vater, zur Begrüßung  und brachte dabei die Sorgen vieler Eltern zum Ausdruck, die die Faszination ihrer Kinder für Videospiele kaum nachvollziehen können. Insbesondere das Online-Spiel „Fortnite“, das gerade von Jungen momentan sehr intensiv gespielt wird, wurde schnell zum Thema.

Dass Eltern angesichts der vielen Zeit, die ihre Kinder vor dem Bildschirm verbringen, besorgt und verunsichert sind, liege auch daran, dass Videospiele in der eigenen Jugendzeit der Eltern kaum verbreitet gewesen sind und deswegen Vorbilder für die Erziehung fehlen. Dennoch können Eltern ihre Vorbildfunktion überprüfen und ihren eigenen Medienkonsum hinterfragen: Wie gehen wir mit Smartphones beim Essen um? Nehmen wir unsere Handys mit ins Schlafzimmer? Läuft ständig der Fernseher im Hintergrund? Auch der Austausch mit anderen Eltern sei wertvoll und ratsam, um eigene Unsicherheiten abzubauen.

Gleichzeitig sollte man auch immer wieder das Gespräch mit den eigenen Kindern suchen. Wer zudem gemeinsam mit seinem Kind ein Videospiel ausprobiert, kann seine Perspektive verändern und die Faszination eher nachvollziehen. Gleichzeitig fühlen sich Kinder und Jugendliche ernst genommen und wenden sich auch bei problematischen Erfahrungen eher an ihre Eltern.

Achtsam sein sollte man zudem für Warnsignale, die auf einen übermäßigen Medienkonsum hindeuten. Hierzu gehören etwa die Verschlechterung schulischer Leistungen und die Veränderung der Freizeit-, Ernährungs- und Schlafaktivitäten. Wichtig sei, vorwurfsvoll über die eigenen Wahrnehmungen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Wenn nötig, sollte man nicht davor zurückschrecken, sich professionelle Hilfe wie etwa bei der Sucht– oder Familienberatung zu holen. Internetforen seien ebenfalls ein guter Weg, mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen.

Unter www.mediennutzungsvertrag.de können Eltern und ihre Kinder mithilfe vorgefertigter Bausteine aus verschiedenen Bereichen wie etwa „zeitliche Regelungen“, „Handy/Smartphone“ und „Digitale Spiele/Spielen“ einen Vertrag über die Nutzung digitaler Medien erstellen.

Digitale Medien ganz aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen verbannen zu wollen, hielt Frau Steeger hingegen für keine gute Idee. Sie zog dazu einen prägnanten Vergleich: „Wie Wasser zum Schwimmen Lernen benötigt wird, braucht der Erwerb von Medienkompetenz den Umgang mit Medien.“

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