Partnerschule

 

Unsere aktuelle Partnerschule • Wozu eine Partnerschule?

Wissenswertes zu Bangladesh • Vergangene Aktionen

Die Organisation NETZ e.V.

Unsere aktuelle Partnerschule

Über eine Schulpartnerschaft  unterstützt die Oberschule Schüttorf gemeinsam mit der Organisation NETZ e.V. eine Schulklasse in einer Schule in Bangladesch auf dem Weg zum Grundschulabschluss. Eine Partnerschaft besteht immer für 4 Jahre, dann machen die Jungen und Mädchen ihren Abschluss. Einige werden weiter zur Schule gehen, andere erlernen einen Beruf oder helfen den Familien. Aber sie werden, anders als knapp 50 Prozent der Menschen hier im Norden Bangladeschs, lesen und schreiben können.

Unsere aktuelle Partnerschule ist die Nuruldin Anandalok Schule. Sie liegt in der Region Panchagarh am Karatoya Fluss in Bangladesch.

                        

Übersetzt bedeutet Anandalok „Welt der Freude“. Das Schulkonzept ist einzigartig in Bangladesch, denn es sind Grundschulen in Trägerschaft der Dorfgemeinschaft. Diese ermöglichen benachteiligten Kindern im entlegenen Norden des Landes hochwertige Bildung. Neben den Inhalten des staatlichen Lehrplans vermitteln die Schulen soziale, kulturelle und demokratische Werte.

Unsere Partnerschule beherbergt fünf Klassen und eine Vorschule; wir unterstützten eine Klasse. Die Anandalok-Schule ist für die Dauer gebaut, aus Ziegelsteinen, und ist ein fester Bestandteil des Dorflebens. Sie besteht aus einem Lehrerzimmer und drei Klassenzimmern – zwei Klassen und die Vorschule haben vormittags, drei Klassen nachmittags Unterricht. Vor dem Gebäude gibt es einen Hof für verschiedene Aktivitäten wie den Sportunterricht, den Morgenappell und die Pausen. Hier haben Schüler unserer letzten Partnerschule Purbogoghat gemalt, was sie am liebsten spielen:

Unsere Mitschüler*innen in Bangladesch lernen lesen, rechnen und Naturwissenschaften. Aber auch Kulturprogramme wie Theaterstücke, Singen und Tanzen stehen auf dem Stundenplan und wöchentlich werden die Eltern und die Dorfgemeinschaft für eine Vorführung eingeladen. Die Klassenzimmer sind mit selbstgemachten Lernplakaten bunt geschmückt und die gut geschulten Lehrer*innen gehen auf jedes einzelne Kind ein – ein Erfolgsrezept. Fast alle Schüler*innen haben bisher die Abschlussprüfungen der Grundschule nach der 5. Klasse bestanden und konnten weiterführende Schulen besuchen, um später einen Beruf zu erlernen oder zu studieren.

Wozu eine Partnerschule?

Seit 2009 besteht unsere Partnerschaft zu einer Schule in Bangladesch. Nach den Partnerschulen „Telachi“, „Shalbari“ und „Purbogoghat“ ist die „Nuruldin Andalok“ Schule unsere vierte Partnerschule.

Wie es dazu kam? Es war uns als Kolleginnen und Kollegen wichtig, den Schülerinnen und Schülern Verantwortung nahe zu bringen, eine Möglichkeit zu schaffen, von unserem Wohlstand abzugeben. Weiterhin war und ist es uns ein Anliegen, deutlich zu machen, welch ein Privileg es ist, so selbstverständlich zur Schule gehen zu können, wie es Schülerinnen und Schüler in unserem Land tun. Am Beispiel Bangladesch und der konkreten Partnerschaft zu einer Schule in diesem Land wird deutlich, wie wichtig Bildung für alle ist.

Die Schülerinnen und Schüler lernen durch ihre Beschäftigung mit den Lebensumständen in einem asiatischen Land eine ganz andere Welt kennen, die doch – das merken sie schnell – mit der unseren eng verknüpft ist. Nicht nur die Sehnsüchte und Ziele der Mädchen und Jungen aus der Partnerschule gleichen den ihren, auch spüren unsere Schüler schnell, wie vernetzt wir mit diesem anderen Kontinent sind.

Einige Male waren Mitarbeiterinnen zu einem Besuch in unsere Schule eingeladen, um über die Partnerschule zu berichten und das Land Bangladesch vorzustellen, zuletzt  Anfang März 2020.

 

Wissenswertes zu Bangladesh

Bangladesch gehörte seit 1947 zum östlichsten Teil Pakistans („Ostpakistan“)und gewann im Krieg 1971 seine Unabhängigkeit. Seitdem heißt das Land „Bangladesch“. Es liegt in Südasien.

Das Land Bangladesch, etwa doppelt so groß wie Bayern, ist mit seinen derzeit 160 Millionen Menschen das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Welt. Gleichzeitig gehört es zu

den ärmsten Ländern, in denen vor allem die Frauen und Kinder benachteiligt sind.

So gibt es im Land etwa zwei Millionen Kinder, die keine Chance auf Bildung haben, weil ihre Familie die Kosten für eine Schule nicht bezahlen kann.

Zwei Drittel der Bevölkerung lebt auf dem Land. Viele Menschen flüchten jedoch in die Hauptstadt des Landes, nach Dhaka. Dhaka ist das wirtschaftliche und industrielle Zentrum Bangladeschs. Die Textilindustrie ist wichtigster Wirtschaftsfaktor. 30 bis 40% der Einwohner Dhakas leben in Slums.

Die Sprache der Bangladeschis ist bengalisch. Die Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch.

Bangladeschs Norden

Bangladesch ist ein Land mit vielen Flüssen. Das sorgt für fruchtbaren Boden, aber oft leidet das Land auch unter den Überschwemmungen. Sie zerstören Häuser und den Besitz der Menschen.

Der Nordwesten des Landes, die Rangpur-Division (das Land ist in sieben Verwaltungseinheiten, den Divisions, unterteilt), zählt zu den ärmsten Regionen Bangladeschs. Über 50 Prozent können weder lesen noch schreiben. Staatliche Schulen sind nicht flächendeckend vorhanden. Damit überhaupt Unterricht stattfinden kann, müssen Nichtregierungsorganisationen Schulen einrichten. Eine dieser Organisationen ist Netz,e.V. mit dem Sitz in Wetzlar.

Die Organisation NETZ e.V.

Seit über 30 Jahren arbeitet die Organisation Netz e.V. gemeinsam mit Partnern in Bangladesch für die Selbstbestimmung benachteiligter Menschen in abgelegenen Regionen des südasiatischen Landes. Im Norden Bangladeschs setzten sich die Partnerorganisationen von NETZ erfolgreich dafür ein, dass alle Kinder ihr Recht auf hochwertige Bildung wahrnehmen können. Der Bau von Grundschulen in entlegenen Regionen und gute Unterrichtsqualität fördert das Potenzial der Kinder und gibt ihnen die Chance auf eine bessere Zukunft.

Auch dank der langjährigen Unterstützung durch die Oberschule Schüttorf konnten im Dezember 2019 an den von NETZ geförderten Schulen 4983 Kinder und Jugendliche erfolgreich ihren Grundschulabschluss absolvieren. Häufig sind sie die ersten in ihrer Familie, die Lesen und Schreiben lernen.

Besuch von Mitarbeiterinnen der Organisation NETZ e.V.

Am 25. Februar 2020 bekamen wir Besuch von drei Bildungsreferentinnen der Organisation NETZ e.V. Auf dem Bild sind sie zusammen mit Jenni Meister zu sehen. Frau Meister hat die Schulpartnerschaft von Beginn an bis zu ihrer Pensionierung mit viel Engagement begleitet. Für ihren Einsatz bedankten sich die Referentinnen bei ihr mit einem Präsent.

Bei einem Vortrag in der Mensa lernten die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klassen Bangladesch besser kennen. In einem Quiz wurden verschiedene Fragen thematisiert, z.B.

  • Was ist der bangladeschische Nationalsport?
  • Welche Sprache spricht man in Bangladesch?
  • Gibt es dort eigentlich auch eine Schulpflicht wie in Deutschland?

Ja, die Schulpflicht gibt es auch in Bangladesch. Damit alle Kinder ihre Schulpflicht w

ahrnehmen können, unterstützt die Oberschule Schüttorf die Nuruldin Anandalok-Schule vor Ort.

Nach dem Vortrag sprachen die Bildungsreferentinnen mit Schülerinnen und Schülern aus den neunten und zehnten Klassen über Klimagerechtigkeit.

Durch das Weltverteilungsspiel untersuchten die Schülerinnen und Schüler, welche Länder am meisten CO2 verursachen und wer u.U. die Mittel hat, sich gegen den Klimawandel zu schützen. Danach versuchten die Lernenden gemeinsam mit den Referentinnen einen Perspektivwechsel vorzunehmen: Wie geht es verschiedenen Menschen in ihrer aktuellen Lebenssituation und wie wirkt sich der Klimawandel konkret auf ihr Leben aus? Durch ein anschließendes Quiz wurde neu erworbenes Wissen vertieft. Am Ende stand eine große Frage im Raum:  “Ist das gerecht?”

Weitere Informationen zur Organisation NETZ sind zu finden unter: https://bangladesch.org

Vergangene Aktionen