Zweite Elternakademie zum Thema “Gewalt hat viele Gesichter”

Nach der erfolgreichen Premiere der Elternakademie im Mai, wurde die Reihe nun mit einem Vortrag zum Thema „Gewalt hat viele Gesichter – Umgang mit Mobbing, Grenzverletzungen und anderen kritischen Situationen“ fortgesetzt. Als Referent war Lars Groven zu Gast, der als Sozialarbeiter, Religionspädagoge und Coolness- & Anti-Aggressivitäts-Trainer bereits in vielen verschiedenen Arbeitsfeldern unterwegs war, etwa in der offenen Jugendarbeit und in der Arbeit mit jugendlichen Intensivstraftätern.

War das Publikum mit fast 20 Besuchern eher klein ausgefallen, erlaubte diese Gruppengröße gleichzeitig einen intensiven Austausch und gab viel Raum für Fragen der Eltern. „Wie kann ich meinem Kind helfen, mit Mobbing o.ä. umzugehen?“, war eine häufig gestellte Frage. Groven machte deutlich, dass es kein Patentrezept gebe. Wichtig sei, für das Kind da und ansprechbar zu sein und gemeinsam nach einer passenden Lösung zu suchen. Auch ein guter Austausch mit der Schule sei in solch einer Situation zentral, denn nicht immer können Lehrkräfte alles erfassen, was in der Schule passiert. Die Schule müsse für alle Schülerinnen und Schüler ein Ort der Sicherheit sein. Dies unterstrichen auch Herr Hagemeier und die Schulsozialarbeiterin Frau Raabe.

In einer gelungenen Mischung aus Übungen, Diskussionen, Geschichten aus seinem beruflichen Alltag und auch ein bisschen Theorie gab Groven einen Einblick in die Mechanismen und Ursachen von Gewalt und Aggression. Wesentlich sind hier die Begriffe Selbstwert und Selbstwirksamkeit. Jeder Mensch möchte anerkannt und wertgeschätzt werden und das Gefühl haben, etwas bewirken zu können. Beides kann trainiert werden. Groven beschrieb, wie man etwa einem eher schüchternen Kind im Alltag helfen kann, seine Schüchternheit zu überwinden. „Wenn Sie das nächste Mal Essen gehen und Ihr Kind möchte ein Eis, ermutigen Sie es, das Eis an der Theke selber zu bestellen. Wenn es sich das noch nicht alleine traut, begleiten Sie es und bestellen beim ersten Mal auch noch für Ihr Kind. Beim nächsten Mal kann es vielleicht schon selber bestellen, wenn Sie daneben stehen, und beim dritten Mal halten Sie ein paar Meter Abstand.“ In solchen Situationen lernen Kinder und Jugendliche, dass sie selber etwas erreichen können und entwickeln nach und nach Selbstbewusstsein.

Lars Groven wird noch ein Handreichung zu den Inhalten des Abends sowie eine Literaturliste zusammenstellen. Diese werden dann auf der Homepage der Oberschule veröffentlicht.

Herr Hagemeier und Frau Raabe riefen die Eltern noch einmal dazu auf, sich bei der Themenfindung für die zukünftigen Elternakademien einzubringen. „Uns interessiert natürlich sehr, welche Themen die Eltern noch beschäftigen. Wir freuen uns über jeden Input.“ Ideen können gerne per Mail eingereicht werden, entweder an markus.hagemeier@obsschuettorf.de oder an angela.raabe@obsschuettorf.de.

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